Michael Köhlmeier, Das Mädchen mit dem Fingerhut

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Aus dem Buch „Shelter“ von der Künstlerin Moki.

„Ein bisschen war ihnen übel. Sie hätten sich gern nebeneinander gesetzt und die Beine von sich gestreckt. Dazu aber war zu wenig Platz. So aßen sie einander gegenüber, die Beine angezogen. Sie atmeten vorsichtig und bewegten sich nicht. Sie fürchteten, sich zu übergeben.“

Michael Köhlmeier, Das Mädchen mit dem Fingerhut, München 2016, Seite 88

Köhlmeier_25055_MR2.inddDer kurze Roman Das Mädchen mit dem Fingerhut von Michael Köhlmeier über ein kleines obdachloses Mädchen ist herzzerreißend. Die Tatsache, dass es im Stil eines Märchens geschrieben ist, macht es nicht erträglicher, ganz im Gegenteil. Dadurch wird einem bewusst, dass es sich um ein zeitloses Thema handelt, um eine Realität, die es jetzt in diesem Moment überall auf der Welt gibt.

Beklemmend ist es auch, dass das Mädchen sich von zwei Jungen zum Ausreißen aus einem Waisenhaus (wo es ihr eigentlich gut geht) anstiften lässt. Den Jungen traut sie mehr als den Erwachsenen. Man muss etwas tun.

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