Lesetipp: Don Winslow, Tage der Toten & Das Kartell

Interesse an internationalen Kulturthemen und -texten von Karin Henjes? Profil & Kontakt hier.

tulum-mexiko-tourismus-2
“Ein besonderes Verhältnis zum Tod”: Das Foto von Rebecca Erken stammt von hier .

46340978-3-426-30429-7_Druck.jpg.34455240
“Diese Farbenfülle, diese Liebe zur Natur, diese Lebenslust ist es, was ihn an der mexikanischen Spielart des Katholizismus so sehr begeistert, die unbekümmerte Vermischung heidnischer Symbolik mit einem innigen, unerschütterlichen Christusglauben … Nein, die Mexikaner besitzen die angeborene Weisheit, die seelische Spannweite – wie soll man sagen – um diese und auch die nächste Welt mit einer einzigen Umarmung zu vereinen.”

Tage der Toten, Suhrkamp 2015, S. 240

Selten so metaphysisch wie in diesem Zitat, sondern meist hart, kalt, drastisch, grausam und mit einem unterirdischen Frauenbild ausgestattet – dennoch empfehle ich die Lektüre von “Tage der Toten” oder “Das Kartell” von Don Winslow auf jeden Fall (das erste Buch ist fast 700 Seiten dick, das zweite über 800 Seiten; mir hat eins gereicht). Schon wegen seiner nüchternen und zugleich fiebrigen Sprache.

Es geht um die Drogenkriege in Mexiko. Darum, wie nah der Tod in Mexiko ist. Darum, dass die institutionellen Kämpfe, die vor unseren Augen ausgetragen werden, nicht diejenigen sind, die wirklich stattfinden. Um Leidenschaft, eine Lebensaufgabe, Gerechtigkeit – und die Gefahr, all das zu verlieren. Der passende Film dazu: Sin nombre.

Advertisements

2 thoughts on “Lesetipp: Don Winslow, Tage der Toten & Das Kartell

  1. Ich habe beide gelesen und weiß seitdem genau, daß ich niemals nach Mexico fahren werde, da die geschilderten Zustände ja weitgehend der Wirklichkeit entsprechen. Schrecklich. Der erste Roman (“Tage …”) hat mir übrigens besser gefallen.

  2. Schön, dich einmal wieder zu sehen! Mir geht es schon seit dem Film Sin nombre so, dass ich mir Mexiko ganz grausam vorstelle. Es ist durch die Bücher (ja, auch ich fand das erste eindrucksvoller) nicht besser geworden. Erstaunlicherweise habe ich kürzlich eine sehr sympathische, durchaus kritische Person kennengelernt, die Mexiko zu ihrem Lieblingsreiseland erklärt hat. Das kann ich mir dann nur mit dieser sinnesfrohen, heidnischen Seite erklären.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s